Spenden-Aktion für Gelsenkirchener Gewaltopfer

Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art soll dieses Jahr der 24-jährige Dennis Reske erhalten. Letztes Jahr wurde er zusammengeschlagen, weil er schwul ist, und ist seitdem zu 80 % schwerbehindert. Nach behindertengerechtem Ausbau seiner Wohnung möchten er und sein Partner gerne dort wohnen bleiben. Aber die zwei Stockwerke zwischen Haus- und Wohnungstür müssen erst einmal überwunden werden. Bislang ein ziemlicher Kraftakt, der Dennis immer mehr Probleme bereitet.

Deswegen kriegt er zu Weihnachten einen Treppenlift. Von allen, die sich mit einer Spende beteiligen.

Über 1.700 Euro sind schon eingegangen, ein tolles Zwischenergebnis nach nur einer Woche. Gebraucht werden insgesamt aber 16.000 Euro. Also: macht mit! Und macht auch andere auf diese Aktion aufmerksam!

Spendenkonto: ARCUS-Stiftung
Kontonr. 1 201 201
BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort Dennis Reske

Facebook-Seite: facebook.com/wirhelfendennis (zugänglich auch für Nicht-Facebook-Mitglieder)

Diese Aktion wurde von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW ins Leben gerufen.

Ein Treppenlift für Dennis

Eine Aktion der Antigewalt-Koordination in NRW:

Pressemitteilung

„Wir helfen Dennis“
Unterstützungsaktion für Opfer schwulenfeindlicher Gewalt

Seit einem schwulenfeindlichen Überfall im Februar 2012 hat sich das Leben von Dennis Reske radikal verändert. Der 24-jährige Gelsenkirchener ist zu 80 Prozent schwerbehindert und kann seinen Beruf als Hundeausführer nicht mehr ausüben. Zu einem unlösbaren Problem ist der Weg in die eigene Wohnung geworden. Das Haus, in dem Dennis Reske im 2. Stock wohnt, hat keinen Aufzug. Die Spendenaktion „Wir helfen Dennis“ – eine Initiative der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule – hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Problem zu lösen. Gesammelt wird für einen Treppenlift, benötigt werden dafür 16.000 Euro.

Auf der Bühne beim Essener Christopher Street Day erzählte Dennis Reske über seine Lebenssituation nach dem Überfall. Almut Dietrich, Landeskoordinatorin der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW, wurde schnell klar, dass es neben den vielen Alltagshürden ein Problem gibt, das über eine beherzte Solidaritätsaktion relativ leicht zu lösen wäre: Gelänge es 16.000 € für einen Treppenlift zusammenzubekommen, könnte Dennis Reske seine Wohnung im 2. Stock zukünftig wieder ohne extremen Kraftaufwand erreichen. „Für mich wäre das eine riesige Erleichterung, auch weil sich meine körperlichen Beschwerden mittlerweile auf den linken Arm ausgeweitet haben“, so Dennis Reske. Der Gelsenkirchener und sein Partner könnten dann die begrenzten Kräfte auf das wichtigste Ziel konzentrieren: die medizinische und therapeutische Behandlung der Überfallfolgen. Für den Verbleib in der Wohnung hatten sich Dennis und sein Partner entschieden, nachdem sie über den behindertengerechten Umbau des Bades einen langfristigen Mietvertrag erhalten haben.

Um den Treppenlift über Spenden finanzieren zu können, ruft die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule im RUBICON in Köln unter dem Stichwort „Wir helfen Dennis“ zu einer Spendenaktion auf. Kooperationspartner der Spendenaktion ist die ARCUS-Stiftung, die das Spendenkonto zur Verfügung stellt. Alle Spenden sind dadurch voll steuerlich abzugsfähig. „Unser Ziel ist es, vor Weihnachten das Geld für einen Treppenlift an Dennis Reske zu übergeben“ so Almut Dietrich. Dazu wünscht sich die Initiatorin neben vielen Spenden vor allem auch Unterstützung bei der Verbreitung der Aktion. „Wenn die Spendenaktion über die sozialen Netzwerke, an Freunde, Bekannte und Kolleg_innen weitergegeben wird, dann sollte es uns gemeinsam gelingen 400 x 40 Euro für den Treppenlift zusammenzubekommen.“

Spendenkonto: ARCUS-Stiftung
Kontonr. 1 201 201
BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort „Dennis Reske“.

Mehr Informationen: https://www.facebook.com/wirhelfendennis
Kontakt: Almut Dietrich, Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit  für Lesben und Schwule in NRW, Tel.: 0221 – 27 66 999-55,  kontakt@vielfalt-statt-gewalt.de, http://www.vielfalt-statt-gewalt.de

v.i.S.d.P. Dr. Beate Blatz, Geschäftsführung, Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V., Rubensstraße 8-10, 50676 Köln, Tel.: 0221 – 27 66 999 – 39

T-Day

Der 20. November ist TDoR, Transgender Day of Remembrance. Seit 15 Jahren wird an diesem Datum daran erinnert, dass Menschen, deren Geschlecht nicht eindeutig zu sein scheint, immer noch vermehrt mit Gewalt und Diskriminierung konfrontiert sind.

Heute Abend wird das neue Video von Deborah Campbell und Band in der Kölner Iron Bar, Schaafenstr. 45, vorgestellt, das zu diesem Anlass gemeinsam mit sistasofinspiration produziert wurde. Man kann es aber auch schon auf youtube sehen.

Mehr zu dieser Aktion und den Hintergründen auf den Seiten des LSVD.

Lesben- und Schwulenhauptstadt?

Oft hört man, Köln sei Deutschlands Lesben- und Schwulenhauptstadt. Als Beleg wird die Größe des CSD genannt. Die Kommunalpolitik hat früher als in vielen anderen Städten – von ländlichen Kommunen ganz zu schweigen – begonnen, Belange von Lesben und Schwulen ernst zu nehmen. Seit Jahren gibt es eine Stadtarbeitsgemeinschaft für Lesben, Schwule und Transgender (StadtAG LST), die die Verwaltung berät und Miglieder von LST-Organisationen in verschiedene Ausschüsse schickt.

Köln ist aus diesen und anderen Gründen (z.B. Diversity-Programme bei großen Arbeitgebern) attraktiv für Menschen, die der Hetero-Norm nicht entsprechen, so dass deren Anteil in Köln den in der Gesamtbevölkerung Deutschlands um einiges übertreffen dürfte (mit noch mal einer deutlichen Steigerung an den Wochenden ;-)).

Aber was bedeutet das? Regieren wir Kölner*innen über Lesben, Schwule, Trans*-Menschen im Lande? Zwingen wir den hier lebenden Heteras und Heteros unseren Willen auf? Weder das eine noch das andere natürlich. Mehr noch bzw. weniger: Eine Trans*-Frau als Oberbürgermeisterin wirds so bald nicht geben, die Stadt tut nichts für die Durchsetzung moderner Beschäftigten-Rechte in kirchlichen Institutionen und, wie sich immer wieder zeigt, sind wir auch hier nicht stark genug, der Gewalt gegen LST und Menschen, die dafür gehalten werden, ein für alle Mal ein Ende zu bereiten.

Stark genug sind wir, um Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten, auch mittels bezahlter Stellen und Anbindung an die Landesebene. Stark genug sind wir, uns und Szene-Neuankömmlingen ein vielfältiges selbstbewusstes Leben zu ermöglichen. Stark genug müssen wir nach wie vor sein, Bemerkungen und Blicke zu ertragen, wenn wir als Männer- oder Frauenpaar oder als geschlechtlich nicht eindeutig Identifizierbare in der Innenstadt unterwegs sind – in den Außenbezirken trauen sich eh nur die wenigsten, so deutlich erkennbar in der Öffentlichkeit aufzutreten.

„Zur lesbischen oder schwulen Lebensweise gehört es, Strategien des Umgangs mit der eigenen lesbischen oder schwulen Identität in einem (potentiell) homophoben Umfeld zu erlernen, um das Risiko einer möglichen Gewalt- oder Diskriminierungserfahrung zu reduzieren.“ Dieser Satz von Constanze Ohms gilt auch in Köln. Wir sollten es nicht vergessen, schon aus Gründen des Selbstschutzes. Aber wir sollten uns auch nicht damit abfinden.