Ich will’s wissen

Neben dem SÜT gibt es in Köln vielfältige weitere Beratungsangebote. Zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen könnt ihr euch vertrauensvoll an diese wenden. Sie sind teils in der LGBTI-Community „beheimatet“ und helfen mit professionellem Rat und manchmal auch eigenen Erfahrungen.
Hier ein paar Adressen und Telefonnummern (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Antidiskriminierungsbüro Köln
Schwerpunkt Mehrfachdiskriminierung
oegg.de
Tel.: 0221 – 96 47 63 00
Email: info[at]oegg.de

Aidshilfe Köln
Schwerpunkt sexuell übertragbare Infektionen
aidshilfe-koeln.de
Tel.: 0221 – 19 411
Email: Beratung[at]Aidshilfe-Koeln.de

Notruf und Beratung für Frauen
Schwerpunkt sexualisierte Gewalt gegen Frauen
notruf-koeln.de
Tel.: 0221 – 56 20 35
Email: mailbox[at]notruf-koeln.de

RUBICON
Beratungszentrum für LGBTIQ
rubicon-koeln.de
Tel.: 0221 – 19 446

Weitere Adressen findet ihr in dieser Auflistung.

Feiern

Am Wochenende vor dem CSD in Köln: Der Abend hat begonnen am Rudolfplatz. In dichten Trauben stehen Leute vor der Stadtsparkasse und feiern. Zwei Männer, Mitte Zwanzig, sehen einander kurz in die Augen. Da steht der kräftigere von ihnen schon vor dem anderen, greift nach ihm, würgt ihn. Lässt dann los. Der Angegriffene versucht Hilfe zu holen, erst bei der Polizei, die aber anscheinend Wichtigeres zu tun hat, dann bei den Umstehenden. Der (ihm unbekannte) Angreifer streicht immer noch um ihn herum, hindert ihn daran, einfach wegzugehen, berührt ihn. Für die Angesprochenen mag es nach einer erotischen Inszenierung aussehen; für den Mann, der auf seine Bitte, ihm zur Seite zu stehen, nur gleichgültige oder abweisende Blicke erhält, wird die Situation mit jeder Sekunde unerträglicher.

Es ist nichts Schlimmeres passiert an diesem Abend. Was bleibt, ist der Schock, auf offener Straße angegriffen worden zu sein, sich dem Tod nahe gefühlt zu haben. Angst vor einem Täter, der nicht die Flucht ergreift, sondern sein Opfer unbehelligt weiter bedrohen kann. Der Verlust einer Art Urvertrauen: Menschen, die um Hilfe gebeten worden sind, haben sich nicht gerührt oder sogar weggeschaut.

Wir ärgern uns wieder und wieder über homophobe Pöbeleien auf der Straße. Wir sind entsetzt, wenn wir lesen, dass jemand zusammengeschlagen wurde, weil man ihn für schwul hielt. Wir spenden an Organisationen, die Lesben und Schwule in Ländern mit homosexuellenfeindlicher Gesetzgebung schützen und unterstützen. Und in der Pride-Saison wollen wir auch mal einfach feiern.

Ja, lasst uns feiern. Aber ohne zu vergessen, dass an diesen wie an allen anderen Tagen im Jahr der Mensch neben uns Hilfe brauchen könnte. Gegen Gewalt oder eine andere Art der Bedrohung. Vielleicht genau von uns und ganz unmittelbar.