Notruf vergebens?

Auf queer.de berichtet ein Berliner LGBT-Aktivist von seinen Erlebnissen in Dresden während einer PEGIDA-Demonstration. Er war mit einem Freund auf der Gegendemo; nachdem sie in Auseinandersetzungen zwischen Pegidist*innen und Gegendemonstrant*innen geraten waren, hatten sie die Flucht ergriffen und fanden nicht mehr heraus aus Straßen, in denen Sympathie für PEGIDA und Hass auf Schwule (sie hatten sich bewusst provokant gekleidet) offen zur Schau getragen wurden. Als sie den Polizeinotruf 110 wählten, mussten sie feststellen, dass die Polizei in einer solchen Situation nichts tut, um gefährdete Menschen zu schützen. Bevor sie eingreift, muss erst „etwas passiert“ sein.

Es ist furchtbar, so etwas zu erfahren, wenn man gerade akut bedroht wird. Allerdings sollte man bedenken, dass die Polizei sehr oft gerufen wird und nicht in der Lage ist, in sämtlichen Notlagen einzugreifen. Umso wichtiger ist der Selbstschutz. Bei Demos z.B. Schuhwerk, mit dem man gut laufen kann (möglicherweise in Handtasche oder Rucksack zum Wechseln bei Bedarf), eine vorangehende Erkundung des Geländes, Abmachungen zwischen Leuten, die mitgehen oder eventuell auch nicht, dafür aber für Anrufe zur Verfügung stehen.

Auch das SÜT kann in einer konkreten Situation nicht helfen, da wir nur über Mail bzw. zu unserer Präsenzzeit montags 19-21 Uhr erreichbar sind. Dennoch braucht niemand zu warten, bis es zu verbaler oder körperlicher Gewalt kommt. Wenn ihr das Gefühl habt, bedroht zu werden, oder etwas nicht tut, weil ihr euch vor möglichen Folgen fürchtet (z.B. über eure Bi- oder Homosexualität zu sprechen), meldet euch bei uns. Gemeinsam finden wir Wege aus der Angst.

Und nicht vergessen: Am 25. Oktober will HOGESA wieder für Chaos und Gewalt in Kölns Straßen sorgen. Es gibt mehrere Gegenveranstaltungen. Auf gegenrechts.koeln/ könnt ihr euch informieren.

Passt gut auf euch auf!

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Flüchtlinge unterstützen

Wer Flüchtlingen in Köln helfen will, findet Adressen und Anregungen auf den Seiten der Stadt Köln und bei den Willkommens-Initiativen in den einzelnen Stadtteilen:

www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/koeln-hilft-fluechtlingen
wiku-koeln.de

Die Initiative Flüchtlinge Willkommen vermittelt WG-Zimmer an Geflüchtete. Wer insbesondere Lesben, Schwulen, Trans* auf diese Weise zu Wohnraum verhelfen will, kann das gerne angeben. Auch wenn viele Menschen geflohen sind, weil sie sich in ihrer Heimat als Lesbe, Schwule oder Trans* bedroht fühlten, kann es schwierig werden, eine solche Mitbewohner*in zu finden (weil sie sich nicht unbedingt outen), aber probieren kann man es auf jeden Fall.

www.fluechtlinge-willkommen.de

Wer Geld spenden will: Der LSVD hat zwei spannende Projekte auf die Beine gestellt. Das eine sind Sprachkurse speziell für LGBTI-Flüchtlinge (in Berlin), das andere eine Beratungsstelle für LGBTI-Flüchtlinge (in Chemnitz).

berlin.lsvd.de/neuigkeiten/unterstuetzung-von-homosexuellen-und-transgeschlechtlichen-fluechtlingen/
Kontoinhaber: LSVD Berlin-Brandenburg e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE46100205000003350000
BIC: BFSWDE33BER
Zweck: Spende MILES-Akademie

fb.com/groups/120391144650879/permalink/974258315930820
Kontoinhaber: LSVD Sachsen e.V.
Sparkasse Chemnitz
IBAN: 7087050000710041489
Zweck: Beratungszentrum Chemnitz

In Köln gibts den Verein HAMIAM e.V. (Helping A Minority In A Minority), der sich sehr engagiert für verfolgte und geflüchtete Lesben, Schwule, Trans* aus Afrika einsetzt.
www.hamiam.de
Kontoinhaber: HAMIAM
Postbank
IBAN: DE67 4401 0046 0073 4084 69
BIC: PBNKDEFF