Ein Anfang

Für gestern Abend hatte der PRIDE Salon zu einer Veranstaltung mit dem Titel Kick off evening for LGBTI* refugees in den Räumen des Rom e.V. geladen. Etwa 80 Personen kamen zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir in Köln mehr für Geflüchtete tun können, die wegen ihrer Homo-/Transsexualität bzw. nicht gender-eindeutigem Äußeren, wegen nicht lückenlos behandelter HIV-Infektion und ähnlichem während des Asyl-Prozesses besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind.

In der ersten Stunde erzählten Betroffene und Helfende von ihren Erfahrungen. In der zweiten Stunde wurde das Rad in „Klein“-Gruppen weitergedreht: konkrete Hilfsangebote, Schaffung von Strukturen, politische Forderungen. Da kam einiges zusammen! Und es stellte sich heraus, dass es jetzt schon jede Menge Ansätze gibt, die im Kleinen einiges bewirken und nun wachsen und sich vernetzen können. Die private Konstantin-Stiftung unterstützt z.B. das Projekt baraka, ein Freitagabend-Treff in den Räumen des Rubicon für LGBTI-Migrant*innen.

Natürlich ging eine E-Mail-Liste rum, in die man sich eintragen konnte, um weiter informiert zu werden. Wer nicht dabei war, in Zukunft aber gerne mitmachen würde, kann sich auch bei uns melden, wir vermitteln weiter. Als Betreff wählt ihr am besten eine der folgenden drei Zeilen:

  • Refugees: Hilfsangebot
  • Refugees: Strukturen
  • Refugees: Politik 

Als Hilfsangebote sind besonders gefragt:

  • Dolmetsch-Dienste in Arabisch und Farsi, ebenso in auf dem Balkan gesprochenen Sprachen
  • Deutsch-Unterricht (möglichst mit entsprechender Qualifikation, aktuell gibt es im Rubicon eine noch nicht besetzte Stelle)
  • Wohnraum-Angebote
  • Begleitung zu Behörden etc. 

(Wer Kleidung oder sonstiges spenden möchte, wendet sich bitte an Hilfswerke wie das Deutsche Rote Kreuz und Willkommens-Initiativen.)

Die Initiative Flüchtlinge Willkommen, die WG-Zimmer an Geflüchtete vermittelt, war durch die Kölner Ansprechpartnerin vertreten. Sie steht bei allen Fragen zum Thema geteilter Wohnraum gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen findet ihr in unserem Post Flüchtlinge unterstützen

Meldet Gewalt!

Patsy l’Amour laLove berichtete vor kurzem von einer abenteuerlichen Odyssee durch Dresden anlässlich einer PEGIDA-Demo und prangerte mangelnde Unterstützung seitens der Polizei an, siehe auch unser Blog-Beitrag. Die vielen Zuschriften, die sie erhielt, haben sie zu einem Appell veranlasst, homo- und transphobe Gewalt anzuzeigen, bei der Polizei und bei den Organisationen der Community. Zu diesen gehört das SÜT Köln und wir unterstützen diesen Aufruf selbstverständlich. Ihr könnt Anzeigen bei jeder Polizeidienststelle erstatten und unser Formular steht euch jederzeit zur Verfügung (keine Weitermeldung an die Polizei), ihr könnt uns auch gerne Mails schicken, siehe Kontakt.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: ein taz-Interview mit dem „Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen“ bei der Polizei Bremen.

Schlechte Erfahrungen mit der Polizei sollte man nicht einfach hinnehmen. Man kann ein Beschwerdeverfahren einleiten oder Kontakt mit den Opferschutzbeauftragten aufnehmen.