Sexting

Ein neues Wort, ein bekanntes Spiel.

„Sexting“ bezeichnet das Verschicken von erotischen Fotografien. Hat man von sich selbst Nacktbilder gemacht und sendet diese jemandem zu, wird Sexting betrieben.
Dies wird nicht nur aus dem Drang zur Selbstdarstellung gemacht, sondern hat ganz unterschiedliche Gründe.

Zum einen kann es als Ausdruck des eigenen Körperempfindens gelten. Nicht selten sollen die Erfolge des anstrengenden Trainings dadurch anerkannt werden. Aber auch in Liebesbeziehungen wird Sexting praktiziert. Hierbei jedoch eher, um Vertrauen zu zeigen und Nähe herzustellen. Besonders bei Beziehungen, die über örtliche Distanz hinweg geführt werden, kann dadurch das Gefühl von Nähe erzeugt werden.
Bahnt sich eine amouröse Bekanntschaft an, werden nicht selten erotische Selfies zum Flirten eingesetzt. Über diese Bilder findet Annäherung statt und signalisiert die Bereitschaft.

Negative Auswirkung kann das Sexting erhalten, wenn die Bilder ungewollt weitergegeben werden. Dies könnte passieren, wenn eine Beziehung in die Brüche geht oder der Empfänger eine böse Absicht hegt. Daher ist es ratsam, niemals Nacktbilder auf Drängen heraus zu geben. Auch nicht in Partnerschaften. Wird man zum Erstellen und Versenden von solchen Fotos gezwungen, handelt es sich eindeutig um Nötigung.

Problematisch wird es ebenfalls, wenn Sexting aufgrund von einer gefühlten Verpflichtung gemacht wird. Die Medien, allen voran die Werbeindustrie, zeigen uns tagtäglich aufreizende Posen und kaum bekleidete Körper. Entsteht dabei für einen selbst der Druck zum Sexting, kann dies schwerwiegende Folgen auf das eigne Körperempfinden haben.

Ist es tatsächlich zu Problemen aufgrund von Sexting gekommen, steht man trotzdem nicht alleine da.

Erstens lassen sich alle Fotos wieder löschen. Dazu muss der Betreiber des entsprechenden Portals angeschrieben werden. Die Adresse steht im Impressum der jeweiligen Seite.
Außerdem wird mit der unerlaubten Weitergabe der Bilder das Gesetz gebrochen; konkret: das Recht am eigenen Bild. Dieser Verstoß wird mit Geld- oder Freiheitstrafen geahndet. Verständlicherweise kann das Erstatten einer Anzeige peinlich werden. Wir geben dir Rat und Unterstützung, denn Sexting ist keine Ausnahme.

Hier findest du einen Film, der das Thema noch einmal erklärt:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=xDU_T2M2pzo

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Cybermobbing

Auch auf homosexuellen Datingportalen und Chatforen kommt es zu Cybermobbing. Es handelt sich dabei um eine absichtliche psychische Gewalttat, die über einen längeren Zeitraum praktiziert wird. Im Klartext: beleidigende Nachrichten und Gästebucheinträge, die sich häufen, sind Cybermobbing.

Die Gründe sind dabei meistens sehr banal. Genau wie beim „klassischen“ Mobbing können dies u.a. der Kleidungsstil, oder Verhaltensweisen sein. Die Zugehörigkeit zu einer „Szene“ oder „Community“ bieten dafür leider keinen Schutz. Die Annahme „wir sitzen doch im selben Boot“ zieht offenbar nicht.

Deswegen sollte man sich generell vorsichtig im Internet bewegen. Konkret rät die Polizei, wenige persönliche Daten preiszugeben und auch mit Bildern sparsam umzugehen. Das Internet vergisst eben nichts.

Wird man Opfer einer Cybermobbing-Attacke, kann man sich auf mehrere Weisen helfen:
Zunächst sollte man Stärke demonstrieren. Das bedeutet nicht, dass man sich in ein Streitgefecht begibt, sondern vielmehr, dass man klare Ansagen macht; z.B.: kommt es zu einer weiteren Beleidigung, wird der Betreiber der Plattform eingeschaltet.
Darüber hinaus bieten so gut wie alle Portale die Möglichkeit an, bestimmte User zu blockieren und sie zu melden. Dieses sollte im Fall der Fälle immer genutzt werden.

Zudem ist es sinnvoll, die Einträge oder Nachrichten zu speichern. Dadurch hat man etwas in der Hand und kann es ggf. als Beweis einsetzen.

Und nicht als Letztes ist es ratsam, mit Freunden über den Angriff zu sprechen. Diese können dir beistehen und helfen, das schlimme Gefühl zu vertreiben.
Außerdem kannst du dich jederzeit vertrauensvoll an uns wenden.

Weitere Infos findest du hier:

www.klicksafe.de
www.saferinternet.at
www.bündnis-gegen-cybermobbing.de
www.cybermobbing-hilfe.de

Voll K.O.

Gestern erfuhren wir von einem sehr beunruhigenden Vorfall. Ein paar Freunde feierten am Freitag Abend in einer gut bekannten Szenekneipe. Als sie aufbrauchen, merkte einer von ihnen, dass er „ungewöhnlich“ stark betrunken war. Er verlor komplett die Kontrolle und wirkte wie in Trance. Seine Freunde brachten ihn vorsichtshalber ins Krankenhaus. Sicher ist sicher.
Tatsächlich konnte festgestellt werden, dass ihm K.O.-Tropfen untergeschoben worden waren.
Es war sein Glück, dass er nicht alleine unterwegs war und seine Freunde ein wachsames Auge auf ihn hatten. Die Nachwirkungen spürte er im Übrigen noch bis gestern.
Roofies und ähnliches sind also wieder in der Szene unterwegs. Eine informative Website klärt auf und gibt Tipps, um sich zu schützen: http://www.ko-tropfen-nein-danke.de/wirkung.0.html

Ich will’s wissen

Neben dem SÜT gibt es in Köln vielfältige weitere Beratungsangebote. Zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen könnt ihr euch vertrauensvoll an diese wenden. Sie sind teils in der LGBTI-Community „beheimatet“ und helfen mit professionellem Rat und manchmal auch eigenen Erfahrungen.
Hier ein paar Adressen und Telefonnummern (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Antidiskriminierungsbüro Köln
Schwerpunkt Mehrfachdiskriminierung
oegg.de
Tel.: 0221 – 96 47 63 00
Email: info[at]oegg.de

Aidshilfe Köln
Schwerpunkt sexuell übertragbare Infektionen
aidshilfe-koeln.de
Tel.: 0221 – 19 411
Email: Beratung[at]Aidshilfe-Koeln.de

Notruf und Beratung für Frauen
Schwerpunkt sexualisierte Gewalt gegen Frauen
notruf-koeln.de
Tel.: 0221 – 56 20 35
Email: mailbox[at]notruf-koeln.de

RUBICON
Beratungszentrum für LGBTIQ
rubicon-koeln.de
Tel.: 0221 – 19 446

Weitere Adressen findet ihr in dieser Auflistung.

Neue Räume

Das ÜberfallTelefon Koeln19228 ist erfolgreich in die neuen Räume eingezogen. Ihr erreicht uns nun wie gewohnt, aber über eine schnellere und knisterfreie Leitung.
Hier ein kleiner Eindruck:

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Gewalt in Russland

„Seit dort [Russland] ein Gesetz in Kraft getreten ist, das schon Berichte über Homosexualität unter Strafe stellt, ist die Zahl gewaltsamer Übergriffe drastisch gestiegen.“
Quelle: http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/homophobie-in-russland-gewalt-gegen-homosexuelle-nimmt-drastisch-zu-311d4-51ca-90-1592220.html

Das von Putin unterschriebene Gesetz gegen sogenannte „homosexuelle Propaganda“ führt zu mehr Gewalt gegenüber Nicht-Heterosexuellen. Das haben viele befürchtet und deswegen gegen das Gesetz protestiert. Der Protest reißt nicht ab! Am 31.8. demonstrierten ca. 5 000 Menschen (Berliner Tagesspiegel) in Berlin friedlich gegen das Gesetz. Sie fordern, was unsere Regierung versäumt: Die Abschaffung von diesem Gesetz!

Am 8.9. wurde zu einem weltweiten Kiss-In aufgerufen. Um 15:00 Uhr versammelten sich gleichgeschlechtliche Paare und Freunde vor russischen Botschaften, um sich zu küssen. Da die Regierung unter Putin das Zeigen von Liebe und Zuneigung als Propaganda versteht, muss diese Aktion als eindeutiger Protest gegen das homophobe Gesetz gesehen werden.

Kiss-Ins können zu jeder Zeit wiederholt werden. Postet eure schönsten Kussbilder und fordert von Merkel, Westerwelle & Co, dass sie Putin an die Menschenrechte erinnern!
Wir können etwas tun, um unseren russischen Mitmenschen zu zeigen, dass wir sie nicht alleine lassen!

The Trevor Project

Heute möchten wir auf eine sehr aktive Initiative aus West Hollywood (USA) aufmerksam machen.
Das „Trevor Project“ will ganz eindeutig zum Ausdruck bringen, dass Lesben, Schwule, Trans*, Bis und Queers völlig normal sind. Jeder muss ihnen so begegnen, wie man möchte, dass einem selbst begegnet wird.
Das Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche, die sich fragen, auf welches Geschlecht, oder worauf generell sie stehen. Und auch an Jugendliche, die aufgrund ihrer Liebesgefühle gegenüber Gleichgeschlechtlichen, von Mitschüler/innen, Familienmitgliedern, etc. angegriffen werden. Helfen und Stärken sind die hauptsächlichen Ziele von dieser Initiative.

Im Rahmen des Projekts haben sogar Prominente ihre positive Einstellung zu LGBTQ veröffentlicht!
Zum Beispiel:
Katy Perry
Neil Patrick Harris (How I met your mother)
Daniel Radcliff (Harry Potter)
Chris Colfer (Glee)
Und viele andere.

Hart erkämpft

Gerade wir Homos und Trans* der jüngeren Generation vergessen oft, dass unser größtenteils sorgloses Leben hart erkämpft ist. Homosexualität wurde in Deutschland bestraft – bis 1994. Der CSD entstand, weil Polizisten Transgender nicht beschützt, sondern verprügelt haben.
Wir können durchatmen, aber dürfen nicht vergessen, dass auch heute in Deutschland – in deiner Stadt – Homos und Trans* Gewalt erfahren. Deswegen gibt es das SÜT; weil homo- und transphobe Beleidigungen und Angriffe täglich stattfinden.
Wir helfen Betroffenen!
Außerdem sorgen wir dafür, dass mehr gegen Gewalt an LGBT unternommen wird. Dazu dokumentieren wir anonym jede Tat.
Also melde dich!

Jugendliche Selbstmörder

Es ist zum Verzweifeln, dass sich in unserer modernen Gesellschaft Jugendliche das Leben nehmen. Oft wird als Grund für den Suizid eine vermeintliche homo- bzw. transsexuelle Veranlagung angeführt. In vielen Abschiedsbriefen begründen die jungen Menschen, dass sie dem Mobbing in Schule und Verein nicht mehr standhalten können.

Damit sie andere Lösungen erkennen, hat das „Trevor Project“ aus West Hollywood (USA) eine Kampagne gestartet. Mit drastischen Postern sucht das Projekt Kontakt zu Betroffenen und aufmerksamen Freunden / Freundinnen, die helfen wollen, aber nicht wissen, wie.
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In Köln und Umgebung reicht ein Anruf oder eine Mail an uns. Wir kennen die Schwierigkeit und können unterstützen und vermitteln. 0221-19228 oder Beratung@koeln19228.de

Hier der Link zum Artikel auf „queer.de“:
http://www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=470

Plakate

Heute wurde unser neues Plakat großflächig in der Szene verteilt. Ihr könnt es auch während des CSDs am Stand vom LSVD begutachten.
Also haltet die Augen offen und ruft uns an, wenn euch anti-schwule, -lesbische, -trans-, oder -bisexuelle Gewalt begegnet!

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