ColognePride 2015

Ich habe gerade in das Programmheft des ColognePride geschaut: jede Menge interessante Veranstaltungen! Hier ein paar Empfehlungen:

Am Sonntag, den 21. Juni, läuft im Kino 813 in der Brücke (Hahnenstr. 6) ein Dokumentarfilm über Eltern von homo- und transsexuellen Türk*innen. Sie haben sich in einer Gruppe zusammen gefunden und gehen u.a. für die Rechte ihrer Kinder demonstrieren. Der Film heißt Benim Çocuğum (Mein Kind) und beginnt um 19.30 Uhr.

Am Freitag, den 26. Juni, erzählt Gianni Jovanovic im Rubicon aus seinem Leben. Als Teenager war er verheiratet worden, mit Anfang 20 merkte er, dass er schwul ist… Die Veranstaltung findet ihm Rahmen von baraka statt, der internationalen LGBTI-Gruppe im Rubicon, der Eintritt ist für alle offen (19.30 Uhr, Rubensstr. 8).

We are family? So heißt ein Workshop im Rubicon am Dienstag, den 30. Juni, ab 19 Uhr. Es geht darum, dass LGBTI-Personen nicht nur lesbisch / schwul / trans sind, sondern verschiedenen Communitys angehören und sich nicht alle in derselben Art von Szene wohlfühlen. Für diesen Workshop ist eine Anmeldung erforderlich: bis zum 26.6. bei aleksej.urev@rubicon-koeln.de. 

Was tun bei Diskriminierung? Erfahrungen und Tipps der Gleichstellungsagentur im Rubicon am 1. Juli um 19.30 Uhr (Rubensstr. 8).

Um Pädagogik der Viielfalt (Stichwort: Bildungspläne) geht es bei einer Podiumsdiskussion am 2. Juli im Hauptgebäude der Uni Köln, Alberus-Magnus-Platz 1. Unter anderen nimmt die nordrheinwestfälische Bildungsministerin Sylvia Löhrmann teil. Beginn 19.30 Uhr. 

Für alle Frauen: Am Samstag, den 4. Juli, findet der erste Kölner Dyke March statt. Los gehts um 18 Uhr am Roncalliplatz.

Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Spenden sind immer gern gesehen ;-)

Die Hefte liegen an vielen Orten in der Stadt aus. Unter www.colognepride.de/veranstaltungen kann man sich auch online informieren.

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Jede Menge Luftballons

IDAHOT 2015, 14 Uhr Roncalliplatz
… steigen am Sonntag um 14 Uhr auf dem Kölner Roncalliplatz in den Himmel. Das Ganze hat schon Tradition, und nicht nur in Köln: Am 17. Mai 1990 strich die Weltgesundheitsbehörde Homosexualität aus der Liste der psychischen Krankheiten. Seitdem gilt man nicht mehr als behandlungsbedürftig, weil man Menschen des gleichen Geschlechts liebt. Seit 2005 wird dieser bedeutende Schritt in eine Welt ohne Trans- und Homophobie in vielen Ländern der Welt gefeiert. Gleichzeitig wird natürlich immer daran erinnert, dass der Weg noch weit ist. Aber die Luftballons sind einfach leicht und bunt und es ist ein bewegendes Gefühl, sie loszulassen und empor steigen zu sehen.

In Deutschland galt der 17. Mai schon früher als „Tag der Schwulen“, allerdings nicht im Sinne eines zu feiernden Ereignisses, sondern eher als Anspielung mit oft hämischem Augenzwinkern. Die Ziffern 1, 7 und 5, aus denen das Datum sich zusammensetzt, erinnern an den Paragrafen 175, nach dem viele Jahre lang in Deutschland Männer verfolgt wurden, die Liebesbeziehungen oder einfach Sex mit anderen Männern hatten. Dieser Paragraf wurde in der DDR 1988 abgeschafft. In der BRD bestand er in abgeschwächter Form noch bis 1994. Bei der Wiedervereinigung also ein deutlicher rechtlicher Rückschritt für die in Ostdeutschland lebenden Schwulen. Das führte zur Gründung des SVD, aus dem später der LSVD wurde.

Und was hat das alles mit Trans* zu tun? Transgender, Transvestiten, Transsexuelle aller Geschlechter sind immer Teil der lesbisch-schwulen Szene gewesen. Sie standen oft an vorderster Front, wenn es um die Erringung von Bürgerrechten ging. Meist führen sie zumindest zeitweise homosexuelle oder als homosexuell wahrgenommene Beziehungen. Im LSVD sind sie aktiv, auch wenn der Name (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland) es nicht nahelegt. Die Berliner Beratungsstelle LesMigras macht zum IDAHOT in diesem Jahr auf die Lebensrealitäten von Trans*-Menschen aufmerksam, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind und sich neben Trans*-Feindlichkeit auch mit weiteren Diskriminierungsformen wie Rassismus und Antisemitismus herumschlagen müssen (Presseerklärung im PDF-Format)

Am Sonntag um 14 Uhr ist es so weit: Bunte Ballons fliegen hoch als Sinnbild für eine Welt, die Vielfalt schätzt und nicht fürchtet. Jede*r ist herzlich eingeladen, dabei zu sein.

Wie umgehen mit Hass?

Genauer gesagt mit dem Hass in Beiträgen und Kommentaren zum Themenbereich Sexuelle Vielfalt. Dazu findet morgen eine Veranstaltung im Kölner RUBICON statt. Der Sexualwissenschaftler Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, der selbst immer wieder Opfer von Anfeindungen wird, wird einen Vortrag halten und mit dem Publikum diskutieren.

„Vielfalt meets Hate Culture – Wege zu einer wertschätzenden Gesprächskultur“
Montag, 13. April 2015, 19 Uhr
RUBICON, Rubensstr. 8-10, Köln

Informationen zu dieser und weiteren Veranstaltungen des Aktionsbündnisses Vielfalt statt Einfalt (Facebook-Seite) im Flyer der Veranstaltungsreihe (4,5 MB).

Und am Dienstag dann ins NS-Dokumentationszentrum (Appellhofplatz 23-25): Dort erfährt man ab 19.30 Uhr mehr darüber, welche Akteure hinter den Kampagnen gegen vielfältige Lebensweisen und Feminismus stecken (Stichwort Bildungsplan-Gegner*innen), siehe unser Blogbeitrag.

Gegen Sexualaufklärung und Gender Mainstreaming?
Dienstag, 14. April 2015, 19.30 Uhr
NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, Köln

Veranstaltung zu Besorgten Eltern und Co.

Am 14. April gibt es eine interessante Veranstaltung im NS-Dokumentationszentrum. Hier die Ankündigung des Rubicon, das sie in Kooperation mit der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus organisiert:

Am 14. April um 19.30 Uhr findet im NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, Köln eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Gegen Sexualaufklärung und Gender Mainstreaming? Diskussion über konservative und rechtspopulistische Kampagnen gegen vielfältige Lebensweisen und Feminismus“ statt.

Seit einiger Zeit mobilisieren verschiedene Initiativen gegen Sexualaufklärung, Bildungspläne, Feminismus, vielfältige Lebensweisen und Gender-Mainstreaming.

„Frühsexualisierung“, „ideologische Umerziehung“ oder „Genderismus“ sind Kampfbegriffe dieser neuen Bewegung. Gemeinsamer Nenner ist die Ablehnung von Gender-Mainstreaming und einer Sexual- und Antidiskriminierungspädagogik, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt thematisieren und sichtbar machen will.

Sowohl inhaltlich als auch personell gibt es Verbindungen und Überschneidungen zur extremen Rechten, aber auch zu christlich-fundamentalistischen Gruppen sowie zur „Alternative für Deutschland“ (AfD). Nach zwei Demonstrationen der „Besorgten Eltern“ im vergangenen Jahr wurde für 2015 eine weitere in Köln angekündigt.

Im Rahmen der Veranstaltung geht es um eine differenzierte Einschätzung dieser Gruppierungen. Wie ausgeprägt ist deren Nähe zur extremen Rechten? Welche Auswirkungen haben die Kampagnen auf die öffentliche Diskussion?

Vertreter_innen und Aktivist_innen aus der Bildungs- und Beratungsarbeit berichten über ihre Erfahrungen und diskutieren anschließend mit dem Publikum sinnvolle Handlungsmöglichkeiten.

Eine Veranstaltung des Rubicon e.V. in Zusammenarbeit mit der Info-und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum.

Wer sich schon mal aufs Thema einstimmen will, ohne die gute Laune zu verlieren: Der LSVD Köln hat letztes Jahr einen Videoclip mit dem Titel Wird man ja wohl noch sagen dürfen…?! erstellt. Gerne teilen ;-)

Kölner*innen gehen…

Salafisten… Islamisierung des Abendlandes… Bewegungen mit eigenartigen Dreisilben-Namen gehen auf Menschenfang mit Schreckensszenarien, in denen „europäische“ Menschen von ihren eigenen Regierungen undurchschaubaren, nicht zum Abendland passenden Mächten ausgeliefert werden und sich nur noch helfen können, indem sie gegen die drohende Gefahr auf die Straße gehen und den Dialog mit der ignoranten Politik verweigern. Klingt zu schräg für Köln? Hoffen wir das Beste!

100prozentmensch_du-bes-koelle

„Islam“ ist hier nur eine Chiffre. Eine Chiffre für den alten Schlachtruf: „Ausländer raus!“ Und für noch mehr. Glaubt denn wirklich jemand, dass Neonazis, die bei Pegida und HoGeSa mitmachen, für die Rechte von Schwulen und Lesben oder Juden eintreten? Nein! Die dort zur Schau gestellte Menschenfeindlichkeit macht vor keiner Minderheit halt.

Worte von Lamya Kaddor, Islamwissenschaftlerin und Religionslehrerin, auf der großen Arsch-huh-Veranstaltung am Sonntag, den 14.12.2014. 15.000 Menschen waren gekommen, um ihren Protest gegen die HoGeSa-„Demonstration“ im vergangenen Oktober und die Pegida-Kundgebungen in Dresden und anderen Städten kundzutun.

Tags darauf versammelten sich in Dresden ebenso viele Menschen auf einer weiteren Pegida-Kundgebung. Und nun soll es auch einen Kölner Ableger dieser menschen- und dialogfeindlichen Gruppierung geben. Am 5. Januar will „Kögida“ in Köln-Deutz ans Licht der Öffentlichkeit.

Zwei Bündnisse rufen zu Gegenveranstaltungen auf. Die Grünen, Köln stellt sich quer, Arsch huh und andere Gruppen organisieren eine Gegendemo vor dem runden LVR-Hochhaus in Köln-Deutz (Auenweg / Hermann-Pünder-Str.). Die Anfangszeit steht noch nicht fest: 17.30 oder 18 Uhr.

Das neu gegründete „antifaschistische Aktionsbündnis“ Köln gegen rechts ruft dazu auf, sich um 17.30 Uhr am Deutzer Bahnhof zu treffen.

Die gesellschaftliche Auseinandersetzung um Demokratie, Teilhabe und ein gleichberechtigtes Miteinander wird nicht auf der Straße entschieden. Wir sollten, wo immer es geht, das Gespräch suchen. Aber wenn es gilt, Respekt einzufordern für uns und unsere Mitmenschen, können wir nicht schweigen.

Auf der Suche nach Glück

Ein Jugendroman mit einer lesbischen Protagonistin aus Südafrika, einem Land, das hierzulande eher bekannt ist für „Korrektiv-Vergewaltigungen“, noch dazu geschrieben von einem Mann? Ja, das gibt es. Das Buch heißt im Original „In Search of Happiness“, es wurde verfasst von dem 29-jährigen Sonwabiso Ngcowa (ein Xhosa-Name). Jetzt liegt es unter dem Titel „Nanas Liebe“ auch auf Deutsch vor. Am Donnerstag, den 11. September, kann man in Köln reinhören: Um 19.30 Uhr findet eine Lesung mit anschließender Diskussion im Allerweltshaus in Ehrenfeld statt (Körnerstr. 77-79).

Eine Veranstaltung nicht nur für junge Leute!

Weitere Informationen auf stimmenafrikas.de

Diese Lesung ist Teil des Rahmenprogramms des Kölner Afrika-Filmfestivals. Zu den Schwerpunkten gehört dieses Jahr „Queer Africa“, also Sichtweisen von und auf Homo-/Transsexualität/Queerness im afrikanischen Film. Die entsprechenden Programm-Teile laufen am Wochenende 20. und 21. September im Filmforum Museum Ludwig, siehe Terminübersicht. Bestimmt auf jeden Fall sehenswert, und in diesem Jahr, in dem sich die Situtation für Lesben, Trans*, Schwule in afrikanischen Ländern so bedrohlich zuspitzt, eine ganz besondere Empfehlung!

IDAHO

Idaho ist ein US-amerikanischer Staat, aber die einzelnen Buchstaben stehen für International Day Against HOmophobia. Das ist der 17. Mai, der Tag, an dem die Weltgesundheitsbehörde WHO 1990 Homosexualität aus ihrer Liste psychischer Krankheiten strich.

In Köln wird dieser Tag mit einem Schwarm bunter Luftballons begangen, die von vielen Händen losgelassen in den Himmel steigen. An den Luftballons hängen Karten mit selbstgeschriebenen Nachrichten und Wünschen. Vielleicht die schönste und herzerhebendste Demo in der Domstadt. Wer mitmachen will, trifft sich dieses Jahr ab 14 Uhr auf dem Roncalliplatz. Luftballons gibt es an der Kreuzblume vor dem Dom. Gegen 15 Uhr steigen sie dann in den Himmel auf.

Um 18 Uhr kann man im Gloria (Apostelnstraße) den Film Born This Way über die Situation von LGBT in Kamerun sehen. In dem Film kommt auch die Menschenrechtlerin Alice Nkom zu Wort, die vor ein paar Wochen im RUBICON zu erleben war. Der Eintritt ist frei.