Der Jahresbericht… (Fortsetzung)

Bei nur zwanzig gemeldeten Fällen in einem Jahr kann natürlich die Frage aufkommen: Was machen die eigentlich in all der Zeit, in der sich niemand meldet?

Erst mal muss man sagen, dass wir in der Woche zwar mehrmals die Mails abfragen, aber nur zwei Stunden am Telefon sitzen. So viel Zeit ist es also nicht. Seit Falk im Mai vorläufig aufgehört hat, ist in der Regel nur noch eine Person da, meistens ich, manchmal Stephan.

2014 entwickelte sich ein guter Kontakt zu einer Transfrau in der rheinlandpfälzischen Provinz. Für sie ist es eine Erleichterung, hin und wieder aus ihrem oft schwierigen Alltag zu berichten, und wir freuen uns zu hören, wie es ihr trotz allem immer ein bisschen besser geht. Immer wieder kommt sie auch auf unangenehme Begegnungen zu sprechen, aber ich zähle diese Meldungen nicht einzeln mit.

Die Antigewalt-Arbeit für LGBTIQ genießt in NRW einen hohen Stellenwert, für ihre Koordination gibt es eine bezahlte Stelle. Verschiedene Projekte sind durch das Antigewalt-Netzwerk miteinander verbunden, neben den SÜTs in Köln und Düsseldorf z.B. mehrere AIDS-Hilfen und Beratungseinrichtungen. In diesem Rahmen besuche ich immer wieder interessante Veranstaltungen: fachlicher Austausch, Fortbildungen, Netzwerktreffen. Im November 2015 saß ich außerdem in Münster auf einem Podium der Gaycom zum Thema Zusammenarbeit mit der Polizei.

Auch für Recherche und Schreiben dieses Blogs geht Zeit drauf. Wir bemühen uns, ein bis zwei Beiträge im Monat zu posten. Meistens klappt es. Dass Falk nicht mehr mitschreibt, finde ich sehr schade. Ich könnte mir gut vorstellen, Gastbeiträge aufzunehmen, und freue mich über Vorschläge, sowohl was Autor*innen als auch Themen betrifft.

Ein weiterer Punkt ist Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Jahr habe ich ein Radio-Interview gegeben und war, wie jedes Jahr, während des Cologne Pride an zwei Tagen am LSVD-Stand.

All das und noch viel mehr können die SÜT-Mitarbeitenden jedoch auch tun, wenn sie mehr Meldungen zu Gewalt und diskriminierendem Verhalten gegen Lesben, Schwule, Trans*, Inter*, queeren Leuten erhalten und mehr Beratungsgespräche führen. Ich nehme mir die Zeit einfach und freue mich über Leute, die mich in Zukunft dabei unterstützen.

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Der Jahresbericht…

für das Jahr 2015 ist noch nicht fertig. Ich wurde heute aber schon danach gefragt und habe die entsprechenden Informationen weitergegeben. Deswegen verliere ich jetzt auch hier ein paar Worte zu unserer Arbeit im letzten Jahr:

Uns wurden 20 Fälle von homo-/transphober Gewalt gemeldet. Ein großer Teil davon spielte sich im Wohnumfeld der Opfer ab, in sechs Fällen von beleidigendem und diskriminierendem Verhalten bis hin zur Verhinderung der Nutzung des angemieteten Wohnraums waren Männerpaare betroffen. In zwei Fällen berichteten einzelne Männer von schwulenfeindlichen Anfeindungen durch Nachbarn, in einem weiteren der Bewohner eines Wohnheims von Drohungen, teils mit gezücker Waffe, und Schlägen.

Im Laufe der Beratungen von Opfern mit Zuwanderungsgeschichte wurde mir bewusst, dass diese in der hiesigen Beratungslandschaft benachteiligt sind. Die Hilfestrukturen gehen manchmal an ihren Bedürfnissen vorbei und Problemlagen von Minderheiten innerhalb von Minderheiten sind oft einfach nicht genügend bekannt. Im Ergebnis wenden sie sich an mehr Stellen als Einheimische, bis sie zu einem für sie befriedigenden Beratungsergebnis gelangen. Je mehr Menschen mit multikulturellen Erfahrungen beraten, sich untereinander austauschen und Angebote entwickeln, desto besser wird es wohl werden. Das immer vielfältigere Netzwerk der LGBTIQ-Antigewalt-Arbeit in NRW ist ein gutes Beispiel dafür. Und das SÜT braucht ohnehin neue Gesichter, derzeit sitze ich eigentlich alleine am Telefon. Also traut euch, nehmt Kontakt auf! Sprachkenntnisse neben Deutsch z.B. in Türkisch, Arabisch oder Farsi sind auf jeden Fall von Vorteil.

In unseren Jahresberichten haben wir immer statistische Angaben zu Geschlecht, Alter, Tatort etc. gemacht. Bei der Vielzahl der von uns erfassten Daten-Dimensionen ist das manchmal mit einigem Aufwand verbunden. Wenn man sich dann die Fallzahlen ansieht, fragt man sich, ob es die Mühe überhaupt lohnt – als wirklich repräsentativ können unsere Zahlen nicht gesehen werden, sie werfen nur das ein oder andere Schlaglicht in ein großes Dunkelfeld. Der Koordinator der landesweiten Antigewalt-Arbeit liefert später im Jahr eine viel umfassendere Statistik. Diese bezieht sich auf ganz NRW, aber auch unsere Zahlen spiegeln nicht nur die Lage in Köln, denn immer mehr Menschen stoßen im Internet auf uns und melden sich aus allen Ecken Deutschlands. Also werde ich es dieses Jahr vielleicht einmal mit einer anderen Art von Bericht versuchen. Wer Zahlen möchte, kann sich jederzeit bei uns melden.

Das SÜT entstand als Hilfeeinrichtung für Opfer von homo- und transphoben Überfällen. Solche werden uns jedoch immer seltener gemeldet. Als schwach besetztes Ehrenamt-Projekt sind wir derzeit auch gar nicht in der Lage, echte Opferhilfe zu leisten. Zum Glück gibt es inzwischen Institutionen, die diese Aufgabe auch für Opfer homo- und transphober Gewalt kompetent leisten. In NRW sind das insbesondere die Opferberatung Rheinland https://www.opferberatung-rheinland.de/ und Back Up für Westfalen-Lippe http://www.backup-nrw.org/.
Vom Weißen Ring https://www.weisser-ring.de/internet/opferhilfe/ ist möglicherweise in Zukunft mehr die Rede. Dazu mehr in einem späteren Blogbeitrag.

Noch etwas, was vielleicht manche interessiert: Über von Geflüchteten ausgehende Gewalt ist uns nichts bekannt geworden. Ein schwuler Iraker, dem es in der ihm zugewiesenen Unterkunft nicht gut ging, hat sich bei uns gemeldet. Mehr weiß ich jedoch nicht, weil ich ihn wegen mangelnder Sprachkenntnisse (er wollte auf Arabisch beraten werden) an Rubicon bzw. baraka verwiesen habe. Wer LGBTIQ-Refugees helfen will: Nächsten Donnerstag findet ein weiteres Vernetzungstreffen im Offenen Bereich der Alten Feuerwache statt (14. Januar, 19 Uhr, Melchiorstr. 3).

Das wärs erst mal… Zu sagen gibts noch mehr, also freut euch auf den (hoffentlich) bald erscheinenden Antigewalt-Bericht 2015 des SÜT Köln.

Nicht mit uns!

Heute Morgen wurde ich von Google Alerts auf eine Pressemitteilung hingewiesen, deren Titel eigentlich schon alles sagt: Gewalt gegen Flüchtlinge: Kölner Freier Wähler will bessere Statistik statt Sonderrolle für Muslime

Torsten Ilg, in diesem Sommer aus der AfD zu den Freien Wählern übergetreten, Mitglied einer Kölner Bezirksvertretung sowie der Stadt-AG Lesben, Schwule, Trans*, unterstützt hier also nicht einfach die alte Forderung des SÜT nach Kriminalitätsstatistiken, die das Merkmal homo-/transphober Tathintergrund ausweisen, sondern versucht, ein populistisches Süppchen daraus zu kochen. Er mixt dazu fremdenfeindliche Ressentiments („Sonderrolle für Muslime“) mit der erst mal keineswegs unvernünftigen Forderung, Gewaltdelikte insgesamt differenzierter zu erfassen. Was er mit diesem wirren Sud letztendlich erreichen will oder wird… wie es bei populistischen Auftritten in Köln in der Regel so ist: wohl herzlich wenig. Hauptsache, eine in den Augen potenzieller Wähler*innen möglicherweise markig wirkende, noch schnell im alten Jahr rausgehauene Pressemitteilung.

Ärgerlich finde ich es, dass er versucht, das SÜT als Stichwortgeber zu missbrauchen. So schreibt er (oder lässt schreiben):

So ergeben sich in Köln beispielsweise durch Untersuchungen des „schwulen Überfalltelefons“ Hinweise, die eine Zunahme von religiös motivierter Gewalt gegenüber Homosexuellen vermuten lassen.

Ich hab mal nachgeschaut, was er damit meinen könnte, und habe in unserem Antigewalt-Bericht 2008 ein queer.de-Zitat gefunden, in dem Ergebnisse einer Studie an zwei Bremer Schulen unter dem Titel „Glaube fördert Schwulenhass unter Schülern“ zusammengefasst wurden. Aber das ist ja noch keine eigene Untersuchung. Und natürlich war nicht nur muslimischer Glaube gemeint, mal abgesehen davon, dass 2008 nicht so superaktuell ist und Bremer Schulen in Bremen liegen und nicht in Köln.

Im Sinne besserer Kriminalprävention haben wir tatsächlich mehrere Jahre lang versucht, das Tätermerkmal nichtdeutsche Herkunft zu erfassen. Das war nicht unumstritten und hat auch keine echten Erkenntnisse gebracht. Zum letzten Mal sind wir im Antigewalt-Bericht 2014 darauf eingegangen. Hier die Passage:

In vergangenen Jahren wurden bei Beratungsgesprächen Angaben zur (vermuteten) Ethnizität von Opfern und Täter*innen gemacht. Die dahinter stehende Fragestellung lautete: Geht homo- /transphobe Gewalt überproportional von Menschen mit (muslimischem und osteuropäischem) Migrationshintergrund aus? Dies konnte stets verneint werden. In manchen Jahren lag die Quote der solchermaßen Kategorisierten über der ihres Prozentsatzes an der Kölner Bevölkerung, was durch den hohen Jugendlichen-Anteil aber wieder relativiert wurde (bei den jüngeren Jahrgängen liegt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund über dem Gesamtdurchschnitt). Inzwischen fragen wir nicht mehr nach und erfassen nur noch spontane Äußerungen. Dadurch sind die Zahlen noch niedriger geworden. Da jede Kategorisierung Fragen aufwirft (wer ist „südländisch“, wer „deutsch“?) und unser Datenbestand ohnehin nicht sehr umfassend ist, werden wir in Zukunft darauf verzichten, zahlenmäßige Aussagen zu dieser Frage zu veröffentlichen, auch wenn wir wissen, dass der Mythos von der besonderen Gefahr durch Muslime weiterhin existiert. 2014 berichtete etwa ein Gewalt-Opfer, bei Gesprächen im privaten Umfeld sei stets gefragt worden, ob der Täter ein Mensch mit Migrationshintergrund gewesen sei (was nicht der Fall war). In Beratungsgesprächen zeigt sich, dass andersherum gerade die unausgesprochene Erwartung von homophobem Verhalten aufgrund des Merkmals „muslimischer Migrationshintergrund“ konfliktverschärfend wirken kann. Die Absage an entsprechende Klischees kann daher wohl als sinnvoller Beitrag zu einem stressärmeren Miteinander gesehen werden.

https://koeln19228.files.wordpress.com/2015/02/agb_suet2014.pdf,
Seite 10 („Ethnizität“)

Wir stehen Menschen, die bei uns Unterstützung suchen, grundsätzlich offen und solidarisch gegenüber. Ausgrenzung und Panikmache ist mit uns nicht zu haben. Und wir lassen uns vor kein populistisches Kärrlein spannen, nur weil es so aussieht, als würde da jemand unsere Forderungen vertreten!

Mitmachen?

Hast du schon mal überlegt, bei einem Antigewalt-Projekt mitzumachen?

Das SÜT Köln berät, dokumentiert, tritt öffentlich gegen homo-/transphobe Gewalt und für vielfältige Lebensweisen auf, lernt immer wieder dazu, vernetzt sich mit spannenden Leuten und Projekten…

Irgendwo in diesem Tätigkeitsspektrum wartet vielleicht eine tolle Aufgabe auf dich.
Wenn du dir das vorstellen kannst, nimm einfach Kontakt zu uns auf.

Vielleicht sprichst du neben Deutsch eine oder mehrere weitere Sprachen fließend?

Das ist natürlich keine Bedingung. In der Beratungsarbeit ist es auf jeden Fall von Vorteil. Insbesondere Türkisch ist sehr gefragt.

Es gibt jedoch auch viele andere Möglichkeiten, bei uns aktiv zu werden, schau mal auf Mitmachen beim SÜT.

Wir freuen uns auf dich!

Ein Anfang

Für gestern Abend hatte der PRIDE Salon zu einer Veranstaltung mit dem Titel Kick off evening for LGBTI* refugees in den Räumen des Rom e.V. geladen. Etwa 80 Personen kamen zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir in Köln mehr für Geflüchtete tun können, die wegen ihrer Homo-/Transsexualität bzw. nicht gender-eindeutigem Äußeren, wegen nicht lückenlos behandelter HIV-Infektion und ähnlichem während des Asyl-Prozesses besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind.

In der ersten Stunde erzählten Betroffene und Helfende von ihren Erfahrungen. In der zweiten Stunde wurde das Rad in „Klein“-Gruppen weitergedreht: konkrete Hilfsangebote, Schaffung von Strukturen, politische Forderungen. Da kam einiges zusammen! Und es stellte sich heraus, dass es jetzt schon jede Menge Ansätze gibt, die im Kleinen einiges bewirken und nun wachsen und sich vernetzen können. Die private Konstantin-Stiftung unterstützt z.B. das Projekt baraka, ein Freitagabend-Treff in den Räumen des Rubicon für LGBTI-Migrant*innen.

Natürlich ging eine E-Mail-Liste rum, in die man sich eintragen konnte, um weiter informiert zu werden. Wer nicht dabei war, in Zukunft aber gerne mitmachen würde, kann sich auch bei uns melden, wir vermitteln weiter. Als Betreff wählt ihr am besten eine der folgenden drei Zeilen:

  • Refugees: Hilfsangebot
  • Refugees: Strukturen
  • Refugees: Politik 

Als Hilfsangebote sind besonders gefragt:

  • Dolmetsch-Dienste in Arabisch und Farsi, ebenso in auf dem Balkan gesprochenen Sprachen
  • Deutsch-Unterricht (möglichst mit entsprechender Qualifikation, aktuell gibt es im Rubicon eine noch nicht besetzte Stelle)
  • Wohnraum-Angebote
  • Begleitung zu Behörden etc. 

(Wer Kleidung oder sonstiges spenden möchte, wendet sich bitte an Hilfswerke wie das Deutsche Rote Kreuz und Willkommens-Initiativen.)

Die Initiative Flüchtlinge Willkommen, die WG-Zimmer an Geflüchtete vermittelt, war durch die Kölner Ansprechpartnerin vertreten. Sie steht bei allen Fragen zum Thema geteilter Wohnraum gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen findet ihr in unserem Post Flüchtlinge unterstützen

Meldet Gewalt!

Patsy l’Amour laLove berichtete vor kurzem von einer abenteuerlichen Odyssee durch Dresden anlässlich einer PEGIDA-Demo und prangerte mangelnde Unterstützung seitens der Polizei an, siehe auch unser Blog-Beitrag. Die vielen Zuschriften, die sie erhielt, haben sie zu einem Appell veranlasst, homo- und transphobe Gewalt anzuzeigen, bei der Polizei und bei den Organisationen der Community. Zu diesen gehört das SÜT Köln und wir unterstützen diesen Aufruf selbstverständlich. Ihr könnt Anzeigen bei jeder Polizeidienststelle erstatten und unser Formular steht euch jederzeit zur Verfügung (keine Weitermeldung an die Polizei), ihr könnt uns auch gerne Mails schicken, siehe Kontakt.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: ein taz-Interview mit dem „Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen“ bei der Polizei Bremen.

Schlechte Erfahrungen mit der Polizei sollte man nicht einfach hinnehmen. Man kann ein Beschwerdeverfahren einleiten oder Kontakt mit den Opferschutzbeauftragten aufnehmen.

Notruf vergebens?

Auf queer.de berichtet ein Berliner LGBT-Aktivist von seinen Erlebnissen in Dresden während einer PEGIDA-Demonstration. Er war mit einem Freund auf der Gegendemo; nachdem sie in Auseinandersetzungen zwischen Pegidist*innen und Gegendemonstrant*innen geraten waren, hatten sie die Flucht ergriffen und fanden nicht mehr heraus aus Straßen, in denen Sympathie für PEGIDA und Hass auf Schwule (sie hatten sich bewusst provokant gekleidet) offen zur Schau getragen wurden. Als sie den Polizeinotruf 110 wählten, mussten sie feststellen, dass die Polizei in einer solchen Situation nichts tut, um gefährdete Menschen zu schützen. Bevor sie eingreift, muss erst „etwas passiert“ sein.

Es ist furchtbar, so etwas zu erfahren, wenn man gerade akut bedroht wird. Allerdings sollte man bedenken, dass die Polizei sehr oft gerufen wird und nicht in der Lage ist, in sämtlichen Notlagen einzugreifen. Umso wichtiger ist der Selbstschutz. Bei Demos z.B. Schuhwerk, mit dem man gut laufen kann (möglicherweise in Handtasche oder Rucksack zum Wechseln bei Bedarf), eine vorangehende Erkundung des Geländes, Abmachungen zwischen Leuten, die mitgehen oder eventuell auch nicht, dafür aber für Anrufe zur Verfügung stehen.

Auch das SÜT kann in einer konkreten Situation nicht helfen, da wir nur über Mail bzw. zu unserer Präsenzzeit montags 19-21 Uhr erreichbar sind. Dennoch braucht niemand zu warten, bis es zu verbaler oder körperlicher Gewalt kommt. Wenn ihr das Gefühl habt, bedroht zu werden, oder etwas nicht tut, weil ihr euch vor möglichen Folgen fürchtet (z.B. über eure Bi- oder Homosexualität zu sprechen), meldet euch bei uns. Gemeinsam finden wir Wege aus der Angst.

Und nicht vergessen: Am 25. Oktober will HOGESA wieder für Chaos und Gewalt in Kölns Straßen sorgen. Es gibt mehrere Gegenveranstaltungen. Auf gegenrechts.koeln/ könnt ihr euch informieren.

Passt gut auf euch auf!

Flüchtlinge unterstützen

Wer Flüchtlingen in Köln helfen will, findet Adressen und Anregungen auf den Seiten der Stadt Köln und bei den Willkommens-Initiativen in den einzelnen Stadtteilen:

www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/koeln-hilft-fluechtlingen
wiku-koeln.de

Die Initiative Flüchtlinge Willkommen vermittelt WG-Zimmer an Geflüchtete. Wer insbesondere Lesben, Schwulen, Trans* auf diese Weise zu Wohnraum verhelfen will, kann das gerne angeben. Auch wenn viele Menschen geflohen sind, weil sie sich in ihrer Heimat als Lesbe, Schwule oder Trans* bedroht fühlten, kann es schwierig werden, eine solche Mitbewohner*in zu finden (weil sie sich nicht unbedingt outen), aber probieren kann man es auf jeden Fall.

www.fluechtlinge-willkommen.de

Wer Geld spenden will: Der LSVD hat zwei spannende Projekte auf die Beine gestellt. Das eine sind Sprachkurse speziell für LGBTI-Flüchtlinge (in Berlin), das andere eine Beratungsstelle für LGBTI-Flüchtlinge (in Chemnitz).

berlin.lsvd.de/neuigkeiten/unterstuetzung-von-homosexuellen-und-transgeschlechtlichen-fluechtlingen/
Kontoinhaber: LSVD Berlin-Brandenburg e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE46100205000003350000
BIC: BFSWDE33BER
Zweck: Spende MILES-Akademie

fb.com/groups/120391144650879/permalink/974258315930820
Kontoinhaber: LSVD Sachsen e.V.
Sparkasse Chemnitz
IBAN: 7087050000710041489
Zweck: Beratungszentrum Chemnitz

In Köln gibts den Verein HAMIAM e.V. (Helping A Minority In A Minority), der sich sehr engagiert für verfolgte und geflüchtete Lesben, Schwule, Trans* aus Afrika einsetzt.
www.hamiam.de
Kontoinhaber: HAMIAM
Postbank
IBAN: DE67 4401 0046 0073 4084 69
BIC: PBNKDEFF

Nützliche Adressen

Neben dem SÜT gibt es viele weitere Beratungsangebote und Projekte für ein Leben ohne Gewalt und Diskriminierung.

Wichtige Anlaufstellen in Köln:

Aidshilfe Köln
Schwerpunkt sexuell übertragbare Infektionen
www.aidshilfe-koeln.de
Tel.: 0221 – 20 20 30
Email: info[at]aidshilfe-koeln.de

Antidiskriminierungsbüro Köln
Schwerpunkt Mehrfachdiskriminierung
www.oegg.de
Tel.: 0221 – 96 47 63 00
Email: info[at]oegg.de

anyway
Jugendzentrum für Lesben, Schwule, Trans* und Freund*innen in Köln
www.anyway-koeln.de
Schwul-lesbisches Jugendzentrum in Köln
Tel.: 0221 – 57 777-60
Email: info[at]anyway-koeln.de

baraka
Treffpunkt für LGBTIQ aus aller Welt (Freitag Abend im Rubicon)
www.baraka-online.info
Email: info[at]baraka-online.info

LSVD Köln
Kölner Ortsverband des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland
www.koeln.lsvd.de
Email: koeln[at]lsvd.de

Notruf und Beratung für Frauen
Schwerpunkt Sexualisierte Gewalt gegen Frauen
www.notruf-koeln.de
Tel.: 0221 – 56 20 35
Email: mailbox[at]notruf-koeln.de

RUBICON
Beratungszentrum für LGBTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Trans*, Inter*, Queer)
www.rubicon-koeln.de
Tel.: 0221 – 27 66 999-0
Email: info[at]rubicon-koeln.de

TX Köln
Selbsthilfegruppe für Trans*
www.txkoeln.de
Email: hallo2015[at]txkoeln.de

auf Landesebene (Nordrhein-Westfalen):

Frauenberatungsstelle Düsseldorf
Vielfältiges Beratungsangebot für Frauen, spezielles Angebot für Lesben
www.frauenberatungsstelle.de
Tel.: 0211 – 68 68 54
Email: info[at]frauenberatungsstelle.de

Landeskoordination der Antigewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW
www.vielfalt-statt-gewalt.de
Tel.: 0221 – 27 66 999-55
Email: aleksej.urev[at]rubicon-koeln.de

schLAu NRW
Netzwerk der schwul-lesbisch-bi-trans* Aufklärungsprojekte in NRW
www.schlau-nrw.de
Tel.: 0221 – 257 28 49
Email: info[at]schlau-nrw.de

Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie
Antidiskriminierungsprojekt für Schulen
www.schule-der-vielfalt.de
Email: kontakt[at]schule-der-vielfalt.de

bundesweit:

Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Beratung und Informationen zum Allgemeinen Gleichstellungsgesetz („Antidiskriminierungsgesetz“)
www.antidiskriminierungsstelle.de
Tel.: 030 – 18 555-1855
Email: poststelle[at]adsbund.de

LSVD (Lesben- und Schwulenverband in Deutschland)
Interessenvertretung für LGBTIQ (Lesben, Schwule, Bi, Trans*, Inter*, Queer)
www.lsvd.de
Tel.: 0221 – 925961-0
Email: lsvd[at]lsvd.de

Weißer Ring
Interessenvertretung von Kriminalitätsopfern
www.weisser-ring.de
Tel.: 06131 – 83 03-0
Email: info[at]weisser-ring.de

Umfrage zu Diskriminierungen

Welche Formen von Diskriminierung erleben in Deutschland lebende Menschen und wie gehen sie damit um? Das möchte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes herausfinden und hat daher eine Umfrage gestartet, wie wir kürzlich angekündigt haben.

Bis zum 30. November kann man sich beteiligen. Das Ausfüllen dauert etwa zwanzig bis dreißig Minuten. Man kann Auskunft geben über Diskriminierungserfahrungen in den letzten 24 Monaten – selbst erlebte oder beobachtete. Zum Ausfüllen kann man zwischen mehreren Sprachen wählen (Deutsch, Deutsche – einfache Sprache, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Spanisch, Türkisch) oder sich in Gebärdensprache helfen lassen. Ich nehme an, damit ist deutsche Gebärdensprache gemeint. Die Sprachauswahl hat mich etwas erstaunt; es wäre doch bestimmt auch interessant zu erfahren, wie Menschen, die besser Arabisch oder Romanes als Deutsch sprechen, mit Benachteiligung umgehen. Ich habe eine entsprechende Mail geschrieben und bin auf die Antwort gespannt.

So oder so: Macht mit und weist auch andere auf diese Umfrage hin!

Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen