Auf der Suche nach Glück

Ein Jugendroman mit einer lesbischen Protagonistin aus Südafrika, einem Land, das hierzulande eher bekannt ist für „Korrektiv-Vergewaltigungen“, noch dazu geschrieben von einem Mann? Ja, das gibt es. Das Buch heißt im Original „In Search of Happiness“, es wurde verfasst von dem 29-jährigen Sonwabiso Ngcowa (ein Xhosa-Name). Jetzt liegt es unter dem Titel „Nanas Liebe“ auch auf Deutsch vor. Am Donnerstag, den 11. September, kann man in Köln reinhören: Um 19.30 Uhr findet eine Lesung mit anschließender Diskussion im Allerweltshaus in Ehrenfeld statt (Körnerstr. 77-79).

Eine Veranstaltung nicht nur für junge Leute!

Weitere Informationen auf stimmenafrikas.de

Diese Lesung ist Teil des Rahmenprogramms des Kölner Afrika-Filmfestivals. Zu den Schwerpunkten gehört dieses Jahr „Queer Africa“, also Sichtweisen von und auf Homo-/Transsexualität/Queerness im afrikanischen Film. Die entsprechenden Programm-Teile laufen am Wochenende 20. und 21. September im Filmforum Museum Ludwig, siehe Terminübersicht. Bestimmt auf jeden Fall sehenswert, und in diesem Jahr, in dem sich die Situtation für Lesben, Trans*, Schwule in afrikanischen Ländern so bedrohlich zuspitzt, eine ganz besondere Empfehlung!

Spenden für Verfolgte

Letzte Woche waren Falk und ich auf einer beeindruckenden Veranstaltung im Interkulturellen Zentrum von HAMIAM. Es ging um die Situation von Trans* und Homosexuellen in Afrika, die sich in letzter Zeit drastisch verschlechtert hat. Immer schärfere Gesetze werden erlassen; Zwangs-Outings in der Presse führen zu regelrechten Hetzjagden mit manchmal tödlichem Ausgang.

HAMIAM hat Kontakte nach Uganda und versucht gemeinsam mit anderen Bündnispartnern, Menschen dort beim Überleben zu helfen, indem sichere Wohnungen und Hotelzimmer angemietet werden. All das muss so unauffällig wie möglich geschehen, sonst wird aus einem Zufluchtsort schnell eine Falle. Wer sich an den entstehenden Kosten beteiligen will (pro Person etwa 27 Euro im Monat), kann an HAMIAM spenden:

Postbank – Spendenkonto:
HAMIAM, help a minority
Verwendungszweck: LIVE IN DIGNITY/REFUGEES
Kto-Nr.: 73408469
BLZ: 44010046
IBAN: DE67 4401 0046 0073 4084 69
BIC: PBNKDEFF

Liebe ist (k)ein Verbrechen

Menschenrechte für LGBT (Lesben, Schwulen, Bi und Trans*) scheinen derzeit weltweit zur Debatte stehen. In Deutschland ist die Rechtslage eigentlich recht gut. Die große Koalition tut sich jedoch schwer, die noch vorhandenen Rechtslücken (insbesondere beim Adoptionsrecht) zu schließen. Die CDU kann sich dabei auf Widerstand aus der Bevölkerung berufen, wie er sich etwa bei der Petition gegen den baden-württembergischen Bildungsplan gezeigt hat. Als Gegenreaktion auf diese Petition, die eine gezielte Thematisierung von sexueller Vielfalt an den Schulen verhindern will, gab es eine Gegenpetion auf derselben Plattform (openpetition.de) sowie den Campact-Appell „Vielfalt gewinnt“, der immer noch gezeichnet werden kann.

In Ländern außerhalb der EU ist es noch viel weniger selbstverständlich, dass die Lebensentwürfe homosexueller und trans* Menschen so schützenswert sind wie die anderer Bürger*innen. Ein aktuelles Beispiel ist Russland.

Besonders schlecht geht es LGBT in vielen Ländern Afrikas. Dort wird manchmal regelrecht Jagd auf Menschen gemacht, die für homosexuell gehalten werden, und immer wieder werden Gesetze debattiert und beschlossen, die Homosexualität unter Strafe stellen.

Die Kameruner Rechtsanwältin Alice Nkom setzt sich seit vielen Jahren für eine verbesserte Rechtslage in ihrem Land ein und wird dafür in diesem Jahr von Amnesty International geehrt. Am 21. März kann man sie in Köln erleben, und zwar ab 19 Uhr im RUBICON, Rubensstr. 8-10

Es gibt in Köln übrigens einen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Lage von Menschen aus Afrika, die einer benachteiligten Minderheit angehören, zu verbessern, HAMIAM (Helping A Minority In A Minority), und dabei vor allem Homosexuelle und Menschen mit Behinderungen im Blick hat.