Wie schützt man sich gegen Gewalt im öffentlichen Raum?

Henriette Reker, die Oberbürgermeisterin von Köln, wurde auf der Pressekonferenz nach den Silvester-Vorkommnissen am Kölner Hauptbahnhof von einer Journalistin gefragt, was Frauen denn tun könnten, um sich in vergleichbaren Situationen zu schützen. Sie zitierte ein paar Tipps, die auf den Seiten der Stadt Köln zur Verfügung gestellt werden sollen, und anschließend vom Noch-Polizeipräsidenten Albers bestätigt und ergänzt wurden.

Im Karneval eine Armlänge Abstand halten – das könnte schwierig werden und ist meist ja auch gar nicht Zweck der Veranstaltung. Auch in der Situation am Hauptbahnhof war dieser Tipp wortwörtlich genommen wohl nicht umsetzbar.

Ohne „Längenangabe“ ist er mir jedoch durchaus aus Empfehlungen von Polizei und Präventionsprojekten bekannt. Ebenso die Empfehlung, in Gruppen zusammen zu bleiben und aufeinander zu achten.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken zu wissen, wie man in einer großen Menschenmenge, in der fortlaufend Straftaten begangen werden, sich und andere am besten schützt. Da gibt es wohl auch keine allgemeingültigen konkreten Verhaltensempfehlungen. Es kommt in einer solchen wie auch in anderen gefährlichen Situationen sehr auf die Intuition an: Was nehme ich wahr, was spüre ich (z.B. Fluchtimpuls ernst nehmen), wo ist Hilfe, wer kann mir zur Seite stehen, wie komme ich hier raus etc.

Einige allgemeine Ratschläge sind jedoch durchaus angebracht. Sie sind als Vorschläge, nicht „Verhaltensregeln“ zu verstehen. Letztendlich kommt es sowieso immer auf die jeweilige Situation an. Hier beispielhaft eine Handreichung der Berliner Polizei:

Zusammengefasst:

  • Vertrauen Sie Ihrem Gefühl
  • Weichen Sie der Gefahr frühzeitig aus
  • Tun Sie etwas Unerwartetes
  • Setzen Sie Grenzen
  • Wecken Sie Aufmerksamkeit
  • Entziehen Sie sich der Situation und dem Täter
  • Helfen Sie, ohne sich selbst oder andere zu gefährden.
  • Greifen Sie den Täter nicht körperlich oder verbal an.
  • Halten Sie Abstand.