Staatliche Entschädigung bei extremistischer Gewalt

Das Bundesjustizamt hat einen Fonds, aus dem Opfer extremistischer (und terroristischer) Angriffe eine Härtefall-Entschädigung erhalten können. Es ist dabei vor allem an Körperschäden sowie Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gedacht.

Für rechtsextremistische Taten geht der Tatzeitraum bis 1999, für andere extremistisch motivierte Taten bis 2010. Mehr Informationen findet ihr auf der Seite https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/Opferhilfe/extremistisch/Haerteleistung_node.html

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Spenden-Aktion für Gelsenkirchener Gewaltopfer

Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art soll dieses Jahr der 24-jährige Dennis Reske erhalten. Letztes Jahr wurde er zusammengeschlagen, weil er schwul ist, und ist seitdem zu 80 % schwerbehindert. Nach behindertengerechtem Ausbau seiner Wohnung möchten er und sein Partner gerne dort wohnen bleiben. Aber die zwei Stockwerke zwischen Haus- und Wohnungstür müssen erst einmal überwunden werden. Bislang ein ziemlicher Kraftakt, der Dennis immer mehr Probleme bereitet.

Deswegen kriegt er zu Weihnachten einen Treppenlift. Von allen, die sich mit einer Spende beteiligen.

Über 1.700 Euro sind schon eingegangen, ein tolles Zwischenergebnis nach nur einer Woche. Gebraucht werden insgesamt aber 16.000 Euro. Also: macht mit! Und macht auch andere auf diese Aktion aufmerksam!

Spendenkonto: ARCUS-Stiftung
Kontonr. 1 201 201
BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort Dennis Reske

Facebook-Seite: facebook.com/wirhelfendennis (zugänglich auch für Nicht-Facebook-Mitglieder)

Diese Aktion wurde von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW ins Leben gerufen.

Ein Treppenlift für Dennis

Eine Aktion der Antigewalt-Koordination in NRW:

Pressemitteilung

„Wir helfen Dennis“
Unterstützungsaktion für Opfer schwulenfeindlicher Gewalt

Seit einem schwulenfeindlichen Überfall im Februar 2012 hat sich das Leben von Dennis Reske radikal verändert. Der 24-jährige Gelsenkirchener ist zu 80 Prozent schwerbehindert und kann seinen Beruf als Hundeausführer nicht mehr ausüben. Zu einem unlösbaren Problem ist der Weg in die eigene Wohnung geworden. Das Haus, in dem Dennis Reske im 2. Stock wohnt, hat keinen Aufzug. Die Spendenaktion „Wir helfen Dennis“ – eine Initiative der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule – hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Problem zu lösen. Gesammelt wird für einen Treppenlift, benötigt werden dafür 16.000 Euro.

Auf der Bühne beim Essener Christopher Street Day erzählte Dennis Reske über seine Lebenssituation nach dem Überfall. Almut Dietrich, Landeskoordinatorin der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW, wurde schnell klar, dass es neben den vielen Alltagshürden ein Problem gibt, das über eine beherzte Solidaritätsaktion relativ leicht zu lösen wäre: Gelänge es 16.000 € für einen Treppenlift zusammenzubekommen, könnte Dennis Reske seine Wohnung im 2. Stock zukünftig wieder ohne extremen Kraftaufwand erreichen. „Für mich wäre das eine riesige Erleichterung, auch weil sich meine körperlichen Beschwerden mittlerweile auf den linken Arm ausgeweitet haben“, so Dennis Reske. Der Gelsenkirchener und sein Partner könnten dann die begrenzten Kräfte auf das wichtigste Ziel konzentrieren: die medizinische und therapeutische Behandlung der Überfallfolgen. Für den Verbleib in der Wohnung hatten sich Dennis und sein Partner entschieden, nachdem sie über den behindertengerechten Umbau des Bades einen langfristigen Mietvertrag erhalten haben.

Um den Treppenlift über Spenden finanzieren zu können, ruft die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule im RUBICON in Köln unter dem Stichwort „Wir helfen Dennis“ zu einer Spendenaktion auf. Kooperationspartner der Spendenaktion ist die ARCUS-Stiftung, die das Spendenkonto zur Verfügung stellt. Alle Spenden sind dadurch voll steuerlich abzugsfähig. „Unser Ziel ist es, vor Weihnachten das Geld für einen Treppenlift an Dennis Reske zu übergeben“ so Almut Dietrich. Dazu wünscht sich die Initiatorin neben vielen Spenden vor allem auch Unterstützung bei der Verbreitung der Aktion. „Wenn die Spendenaktion über die sozialen Netzwerke, an Freunde, Bekannte und Kolleg_innen weitergegeben wird, dann sollte es uns gemeinsam gelingen 400 x 40 Euro für den Treppenlift zusammenzubekommen.“

Spendenkonto: ARCUS-Stiftung
Kontonr. 1 201 201
BLZ 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort „Dennis Reske“.

Mehr Informationen: https://www.facebook.com/wirhelfendennis
Kontakt: Almut Dietrich, Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit  für Lesben und Schwule in NRW, Tel.: 0221 – 27 66 999-55,  kontakt@vielfalt-statt-gewalt.de, http://www.vielfalt-statt-gewalt.de

v.i.S.d.P. Dr. Beate Blatz, Geschäftsführung, Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V., Rubensstraße 8-10, 50676 Köln, Tel.: 0221 – 27 66 999 – 39

Köln 19228 – Ein Anschluss unter dieser Nummer

Das SÜT Köln sucht Verstärkung

Seit über 20 Jahren stehen wir vom LSVD Ortsverband Köln allen Opfern von Homo-, Bi- und Transphobie mit unserem Schwulen Überfalltelefon (SÜT) vertraulich und anonym zur Seite. Denn auch heute noch gehören Vorfälle von Diskriminierung und Mobbing bis hin zur Gewalt zum Alltag. Selbst hier bei uns in Köln, wo gelebte Vielfalt sichtbar ist. Beratungsangebote wie unser SÜT sind weiterhin notwendig.

Unter (0221) 19228 und beratung@koeln19228.de finden Betroffene Unterstützung, Anteilnahme und Bestärkung. Für diese Beratung braucht unser ehrenamtliches Team dringend Verstärkung. Wir freuen uns über alle, die zu dieser Antigewalt-Arbeit des LSVD beitragen wollen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, nur die Bereitschaft, an Schulungen durch LSVD und Antigewalt-Koordination teilzunehmen.

In der Beratung suchen wir gemeinsam mit den Betroffenen nach Lösungen zum Umgang mit dem Erlebten und überlegen das weitere Vorgehen. Wir können mit Informationen weiterhelfen, z.B. bei Fragen rund um die Polizei, zu Strafanzeigen, zu Gerichtsverfahren und anderen Dingen. Daneben vermitteln wir auf Wunsch auch Kontakte zu Rechtsanwältinnen, Ärzten und Therapiemöglichkeiten.

Seit wir uns 1992 als eines der ersten Projekte dieser Art gründeten, ist viel passiert. Nicht zuletzt durch den damaligen Polizeipräsidenten und heutigen Oberbürgermeister Jürgen Roters gibt es in den Ermittlungsbehörden heute mehr Offenheit und Sensibilität. Dennoch haben viele Betroffene Scheu, erlebte Diskriminierung, Mobbing oder Gewalt anzuzeigen. Sie wenden sich eher an Angebote aus der Community. Zudem ist homo-, bi- und transphobes Verhalten subtiler geworden, für die Betroffenen schwerer greifbar. Viele allgemeine Beratungsstellen können nach wie vor nicht angemessen weiterhelfen, insbesondere wenn sowohl Täterinnen und Täter als auch Opfer Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender sind.

Wenn Du neugierig geworden bist, ruf doch einfach mal während der Beratungszeit montags 19 bis 21 Uhr unter (0221) 19228 an oder schick eine Mail an beratung@koeln19228.de.